2015-11-04 Tourismusschule Wiesau Thema im Bundestag

Fachkräftesicherung wichtig für den deutschen Tourismus - Wiesauer Ausbildungsmodell wird im Tourismusausschuss des Bundestags diskutiert

Der Tourismus in Deutschland boomt, doch der Branche mangelt es erheblich an Nachwuchskräften. Darin waren sich die Experten bei der der Anhörung des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestags zum Thema Fachkräftesicherung einig. Unter den sieben geladenen Sachverständigen war neben Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, der Gewerkschaft NGG, der Hochschulen und Reisebüros auch der Schulleiter der staatlichen Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement Wiesau, Herr OStD Dr. Wolfgang Eckstein.

Da das Konzept der Tourismusschule im Landkreis Tirschenreuth seit über 10 Jahren erfolgreich leistungsstarke junge Damen und Herren in die Branche holt, wurde es neben der dualen und der akademischen Ausbildung als ergänzende Lösung zur Fachkräftesicherung in ganz Deutschland diskutiert. Die Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger konnte sich als Mitglied im Tourismusausschuss bereits mehrfach in Wiesau ein umfassendes Bild von der Eignung der Ausbildung zu Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement für die Branche machen. Dass von den mittlerweile acht Tourismusschulen in Bayern Vertreter aus Wiesau als Experten in den Bundestag eingeladen waren, ergibt sich aus der Pionierfunktion von Wiesau als Schulversuch und damit älteste Schule dieses Typs.

 Die Experten vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und der Gewerkschaft NGG machten in der Anhörung deutlich, dass der Tourismus mit Hotellerie und Gastronomie starke Jobmotoren sind, aber die angespannte Fachkräftesituation eines der zentralen Themen in den Betrieben und „das größte wirtschaftliche Risiko“ für die Branche ist. Zwar herrscht eine große Heterogenität in regionaler und betrieblicher Hinsicht, die „sehr hohe Vertragslösungsquote“ im Dualen System sowie die hohe Abwanderung von Hochschulabsolventen in andere Branchen verschärfen aber den Fachkräftemangel insgesamt. Gerade an diesen Punkten in Verbindung mit der von den Sachverständigen geforderten „Durchlässigkeit“ zwischen beruflicher und akademischer Bildung setzt das Konzept der Schulen für Hotel- und Tourismusmanagement in Bayern an: Ab dem Mittleren Schulabschluss werden junge Damen und Herren in drei Jahren schulisch inklusive mindestens sechsmonatiger weltweiter Betriebspraktika weltweit sowohl praktisch als auch theoretisch für die ganze Breite der Branche umfassend qualifiziert. Die Absolventen erreichen nicht nur den Berufsabschluss der staatlich geprüften Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement sondern automatisch die allgemeine Fachhochschulreife, um anschließend z. B. berufsbegleitend studieren zu können. Für Interessierte mit Hochschulzugangsberechtigung bietet das Studienzentrum Tourismuswirtschaft der DIPLOMA Hochschule am Standort Wiesau zusätzlich zur Berufsausbildung die Möglichkeit, parallel dazu in sieben Semestern den Bachelor of Arts in Tourismuswirtschaft zu erreichen. Dies wird durch die Anrechnung der Berufsfachschule mit 70 ECTS auf das Studium möglich.Damit wird im Landkreis Tirschenreuth schon umgesetzt, was Tourismusprofessor Armin Brysch von der Hochschule Kempten als Lösung für den Fachkräftemangel fordert: „Bildung, Bildung, Bildung.“